Helgoländer zahlen für den Zweiten Weltkrieg – bis heute

Es herrscht das Narrativ vor, dass die versuchte Sprengung von Helgoland durch den Big Bang, am 18. April 1947, einerseits in Wirklichkeit eine gerechtfertigte Sprengung von Militäranlagen des Ex-Nazi-Deutschlands und andererseits zugleich eine gerechte Strafe für die Deutschen im Allgemeinen für im Zweiten Weltkrieg begangene Kriegsgräuel war. Doch es stimmt nicht, dass es nur um Militäranlagen ging. Nichts Geringers als die Vernichtung der Insel war das erklärte Ziel, wie Erich-Nummel Krüss in seinem aktuellen Artikel Vor 70 Jahren: am 18. April 1947 schien das Schicksal Helgolands besiegelt beschreibt.

Kpt. Erich-Nummel Krüss weist zudem auf die absurd anmutende Praxis hin, dass bis heute teilweise Helgoland – nicht die deutsche Regierung – für die bei der Entsorgung von Kriegsmitteln anfallenden Kosten aufkommen muss, zum Beispiel im Zuge der Tiefenräumung für die Offshoregebäude auf dem Südhafen. ANDREAS BUBROWSKI